Freiwillige Feuerwehr
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Rieser Feuerwehr residiert im Wasserturm

Im Erdgeschoss ist gerade Platz für ein Löschfahrzeug − Die 30 Aktiven helfen vor allem im Katastrophenschutz

von Katharina Ritzer. Das ist mit Sicherheit das originellste Feuerwehrhaus im Stadtgebiet: Die Rieser Feuerwehr hat ihren Standort in einem Wasserturm. Im Erdgeschoss ist gerade Platz für das Löschfahrzeug, der Keller dient als Lager, im ersten Stock der Schulungsraum untergebracht.

 „So ein Feuerwehrhaus ist in Deutschland bestimmt einmalig“, sagen Erich Wagner und Benno Schrimpf, beide ehemalige Kommandanten der Rieser Feuerwehr. Seit 1961 dient der Wasserturm auf der Ries als Stützpunkt der Wehr, so war es beim Bau der Anlage auch geplant gewesen. Inzwischen dient er sogar ausschließlich als Feuerwehrhaus: Vor zwei Monaten haben die Stadtwerke den Wasserturm außer Betrieb genommen.

 Mehr Platz hat die Feuerwehr, der laut Vereinsvorstand Wagner 65 Mitglieder angehören, dadurch allerdings nicht. Zwar sind in dem 26 Meter hohen Turm mit gut acht Metern Durchmesser immer wieder Zwischenböden eingezogen, nutzbar sind sie jedoch kaum. So müssen sich die knapp 30 Aktiven mit dem Schulungsraum im ersten Geschoss begnügen − den hat die Wehr selbst vor 20 Jahren für ihre Zwecke umgebaut.

 Der Platzmangel verlangt den Feuerwehrlern einiges an Fingerspitzengefühl ab − vor allem wenn es ums Einparken des Löschfahrzeugs geht. „Das muss man schon können“, schmunzelt Schrimpf, denn das rückwärtige Einparken ist Millimeterarbeit: „Da passt dann keine Handbreit mehr zwischen Außenspiegel und Wand.“

 Wegen der Enge musste auch die Anschaffung eines neuen Löschwagens vor zwei Jahren generalstabsmäßig geplant werden. „Wir haben uns bei einer Wehr bei Waldkirchen ein Fahrzeug ausgeliehen, um zu schauen, ob’s reinpasst“, erzählt Wagner. Im Turm hat das neue Gefährt Platz − durch die Torbogen der Veste Oberhaus, die zum Zuständigkeitsbereich der Rieser Wehr gehört, passt der Wagen allerdings nicht mehr hindurch. „Auf dem Gelände gibt’s aber Wasserzisternen, da gäb’s bei einem Brand keine Probleme“, beruhigt Schrimpf.

  Brände nehmen im Terminkalender der 1901 gegründeten Wehr aber ohnehin nur einen kleinen Teil ein. Heute werden die Männer vor allem bei technischen Einsätzen im Katastrophenschutz, z.B. bei Hochwasser oder Sturmschäden, alarmiert. Doch wie bei vielen anderen Feuerwehren fehlt es auch bei den Riesern an Nachwuchs. „Es ist jetzt wieder besser als noch vor ein paar Jahren, aber wir könnten schon junge Leute brauchen“, sagt Vorstand Wagner.

 Vielleicht lockt ja der ungewöhnliche Standort neue Helfer an. Dass der Wasserturm die Feuerwehr beheimatet, wissen viele Passauer gar nicht, beobachten Erich Wagner und Benno Schrimpf − und grübeln, ob die Wehr nicht doch einmal einen Schriftzug an der Mauer anbringen sollte. Dann wüsste wirklich jeder, das er vor Passaus originellstem Feuerwehrhaus steht.

Quelle: Passauer Neue Presse vom 15.04.2004

Bau des Wasserturms: PNP-Bericht vom 1.11.1960



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